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Andi61

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Donnerstag, 4. November 2010, 14:09

Und noch eine Myokarditis...

Hallo zusammen,

ich freue mich, dass ich dieses Forum gefunden habe. Ich bin 48 Jahre alt, vor drei Monaten wurde bei mir eine Myokarditis festgestellt. Im Mai hatte ich einen grippalen Infekt, den ich nicht richtig auskuriert habe (zu früh wieder zur Arbeit gegangen, das Übliche). Ich fühlte mich schlapp, müde, hatte Schweissausbrüche und kam nicht so richtig auf die Beine. Nach einem Monat bin ich dann zum Hausarzt gegangen, der meinte aber nur, ich hätte wohl zuviel Stress und hat mir ein pflanzliches Beruhigungsmittel verschrieben :D

Kurz danach bin ich in den Urlaub gefahren. Da ging's mir dann besser, obwohl ich irgendwie gemerkt habe, dass ich körperlich nicht so belastbar war wie sonst. Aber nach zwei Wochen Arbeit fühlte ich mich dann wieder so schlapp wie vorher und bin wieder zum Hausarzt gegangen. Diesmal hiess es: Verdacht auf Myokarditis. Blutuntersuchungen, EKG und Herztöne zeigten keine besonderen Auffälligkeiten. Trotzdem hat er mich zum Kardiologen geschickt, wo ich dann richtig auseinandergenommen wurde :D

Ergebnis: Linksherzinsuffizienz NYHA II, arterielle Hypertonie, hypertensive Herzkrankheit, Myokarditis ;(

Puls und Blutdruck waren zu hoch, das Belastungs-EKG musste abgebrochen werden. Einziger direkter Hinweis auf die Myokarditis war ein leicht erhöhter Myoglobin-Wert, aber der Kardiologe meinte, dass die Symptome oft ziemlich unspezifisch sind. Im Ultraschall war das Herz normal groß, Perikarderguss war nicht vorhanden. Verordnet wurde allgemeiner Schongang (kein Stress, kein Sport, keine schweren Sachen tragen usw.) sowie ACE-Hemmer (Ramipril) und Betablocker (Bisoprolol). Einmal am Tag soll ich einen Spaziergang machen (Länge je nach Tagesform).

Seitdem bin ich krankgeschrieben. Besserung ist noch nicht so richtig eingetreten, ich fühle mich eher noch schlapper als vorher (der Kardiologe meinte, das kann durchaus an den Medikamenten liegen, die aber auf keinen Fall abgesetzt werden dürfen). Zwischendurch gab's auch mal eine nächtliche Stadtrundfahrt im Rettungswagen wegen einer Panikattacke, aber in der Klinik sahen EKG und Blutwerte normal aus, und ich wurde nach ein paar Stunden wieder in die Freiheit entlassen :D

Nächste Woche werden Blutuntersuchung und Ultraschall gemacht. Mal sehen, wie es dann weitergeht...

Viele Grüße,
Andi

Illy

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2

Donnerstag, 4. November 2010, 16:25

Hallo Andi61,

na, da hast Du aber noch Glück gehabt !!

Folge dem Rat Deines Arztes und nehme artig Deine Medikamente. Die sind bis auf weiteres erst mal Deine besten Freunde !!

Wir hatten hier schon mehrere Fälle mit einer Myokarditis....sie alle haben es geschafft - es geht ihnen wieder gut und sie brauchen heute keine Medi´s mehr. Also.....Du hast beste Chancen, dass alles wieder gut wird !

Beste Grüße, Illy ;)

Andi61

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3

Donnerstag, 4. November 2010, 20:05

Hallo Andi61,

na, da hast Du aber noch Glück gehabt !!
Hallo Illy,

da hast Du ganz sicher recht. Ich bin ein weniger schwerer Fall, und mein Hausarzt hat beim zweiten Mal gleich die richtige Diagnose gestellt. So ein erfahrener Hausarzt, der seine Patienten gut kennt, ist in einem solchen Fall Gold wert :thumbup:

Zitat

Folge dem Rat Deines Arztes und nehme artig Deine Medikamente. Die sind bis auf weiteres erst mal Deine besten Freunde !!
Meine besten Freunde ärgern mich teilweise ganz schön (Müdigkeit, Schwindel, Zittern, Magen-Darm-Beschwerden). Das liegt wohl auch daran, dass im letzten Monat nochmal die Dosis erhöht wurde (Ramipril von 7,5 auf 10 mg täglich und Bisoprolol von 5 auf 7,5 und jetzt nochmal auf 10 mg). Hausarzt und Kardiologe sagen aber übereinstimmend, die Dosis muss sein, und ich muss da durch, solange die Nebenwirkungen nicht zu heftig werden. Wenn sich der Körper daran gewöhnt hat, soll es wieder besser werden.

Zitat

Wir hatten hier schon mehrere Fälle mit einer Myokarditis....sie alle haben es geschafft - es geht ihnen wieder gut und sie brauchen heute keine Medi´s mehr. Also.....Du hast beste Chancen, dass alles wieder gut wird !
Das macht Mut :)

Viele Grüße,
Andi

Illy

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Donnerstag, 4. November 2010, 20:49

Oh ja Andi, ein guter Hausarzt ist wahrlich gold wert.

Bei mir war es auch so, dass es mein Hausarzt war, der die Erkrankung feststelle. Er hat mir so zu sagen das Leben gerettet.

Meine Medis sind für mich wirklich meine besten Freunde, denn ohne die gehts einfach nicht....ohne die gibt es für mich keine Zukunft.

Jede Erhöhung ist eine strapaze. Es ging mir dabei auch immer fürchterlich. Aber auch heute habe ich immer wieder damit zu kämpfen - vor allem mit der Müdigkeit. Mein Doc möchte eigentlich, dass ich den BB noch auf 10 mg erhöhe -also doppelte Dosis. Ich hab es schon mehrfach versucht und immer wieder abgebrochen, weil es mich dann total aus den Latschen haut. Aber ich geb nicht auf und versuchs immer dann wieder, wenn´s mir grade mal übermäßig gut geht. Leider hilft das auch nicht, denn mir gehts dann recht schnell wieder schlecht.....

Liebe Grüße und verliere nie den Mut !!

Beste Grüße, Illy ;)

Andi61

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Donnerstag, 4. November 2010, 21:44

Jede Erhöhung ist eine strapaze. Es ging mir dabei auch immer fürchterlich. Aber auch heute habe ich immer wieder damit zu kämpfen - vor allem mit der Müdigkeit. Mein Doc möchte eigentlich, dass ich den BB noch auf 10 mg erhöhe -also doppelte Dosis. Ich hab es schon mehrfach versucht und immer wieder abgebrochen, weil es mich dann total aus den Latschen haut.
Hallo Illy,

so gesehen geht es mir ja noch ganz gut, wenn ich die ganzen Erhöhungen bisher verkraftet habe, ohne umzukippen (obwohl ich in den letzten Tagen manchmal das Gefühl hatte, gleich ist es soweit). Mein Hausarzt sagt: Der Körper wehrt sich einige Zeit gegen das, was ihm das Medikament aufzwingen will - da muss man durch, danach wird's besser. Also warte ich halt ab...

Viele Grüße,
Andi

agloco

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Donnerstag, 4. November 2010, 22:49

Hallo Andi,

auch von mir ein herzliches Wilkommen.
Deine Diagnose ist ja noch recht frisch...wir wissen wie du dich fühlen musst :S
Doch wie die Illy schon sagte, heilt eine Myokarditis in den meisten Fällen restlos aus, wobei das sehr sehr lange dauern kann. Ich habe das Vergnügen gehabt, dass sie eben nicht ausgeheilt ist bzw. einen bleibenden Schaden hinterlassen hat. Aber wie gesagt...glaube an das positive andi.

Deine Beschwerden...könnten die nicht auch von einer Angsterkrankung kommen? Du sagtest du hattest eine Panikattacke, wilkommen im Club...böse Sache das Ganze, welche eben auch diese typischen Angstsymptome hervorruft. Muss aber nicht.

Wie geht es dir denn Heute, die letzten Tage und meinst du eine leichte Verbesserung festzustellen?

Alles Liebe
alex
Linksventrikuläre Herzinsuffiziens 2008 8% Ef und 2017 48% EF- Defiträger

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Andi61

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Freitag, 5. November 2010, 13:10


auch von mir ein herzliches Wilkommen.
Hallo Alex,

vielen Dank für die freundliche Aufnahme - ich fühle mich schon fast zuhause hier :)

Zitat

Deine Beschwerden...könnten die nicht auch von einer Angsterkrankung kommen? Du sagtest du hattest eine Panikattacke, wilkommen im Club...böse Sache das Ganze, welche eben auch diese typischen Angstsymptome hervorruft.
Meine Panikattacke hat eine ziemlich lange Vorgeschichte. Mit Anfang 30 hatte ich meinen ersten "Herzkasper", ich bin mitten in der Nacht hochgeschreckt, hatte einen Ruhepuls von 130 und heftige Rhythmusstörungen. In solchen Situationen ist es vorbei mit der heiteren Gelassenheit, vor allem, wenn man überhaupt nicht weiss, was eigentlich los ist. Nach zwei Tagen in der Klinik war die Pumpe wieder auf Solldrehzahl, aber bei der Suche nach der Ursache hat man dann herausgefunden, dass ich einen Mitralklappenprolaps habe. Die Klappe schliesst und die Herzfunktion ist nicht beeinträchtigt, aber der Prolaps kann - so erklärte man mir das damals - Rhythmusstörungen verursachen, und die wiederum können (müssen aber nicht) eine "Entgleisung" von Puls und Blutdruck nach sich ziehen. Ich habe dann einen Betablocker bekommen (damals Sotalol), aber immer, wenn die Maschine aus dem Tritt kam, machte sich bei mir leichte Panik breit.

Nach einer längeren Zeit, wo ich ohne Medikamente auskam, ging das Ganze wieder los. Der Internist, der mich damals behandelte, sagte: Rhythmusstörungen sind völlig normal, das Herz ist keine Maschine. Wenn die Störungen in Ruhe auftreten und bei Belastung nicht stärker werden, sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit harmlos. Das hat mir geholfen, damit viel gelassener umzugehen und nicht gleich bei jedem "Stolperer" unruhig zu werden. Nur: Im Zusammenhang mit der Myokarditis bekamen diese Rhythmusstörungen für mich wieder eine neue Qualität. Ich konnte nicht einordnen, ob das nun harmlos ist oder gefährlich, und deswegen die Panik.

Zitat

Wie geht es dir denn Heute, die letzten Tage und meinst du eine leichte Verbesserung festzustellen?
Die letzten Wochen ging's mir nicht so toll, aber das soll laut meinem Hausarzt an der Dosiserhöhung liegen, die mir der Kardiologe verordnet hat: erste Woche Bisoprolol von 5 auf 7,5 mg, zweite und dritte Woche Ramipril von 7,5 auf 10 mg (erste Woche Morgendosis erhöht, zweite Woche Abenddosis), zum Schluss noch Bisoprolol von 7.5 auf 10 mg. Die letzten Tage war mir ziemlich schwindelig, und ein paarmal dachte ich, gleich kippe ich um. Heute geht's mir besser, der Körper scheint sich langsam daran zu gewöhnen...

Viele Grüße,
Andi

Andi61

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Donnerstag, 11. November 2010, 18:21

Hallo zusammen,

heute war Termin beim kardiologen, und die Ergebnisse sind insgesamt sehr positiv.

Beim Ultraschall war keine Vergrößerung am Herz feststellbar, die Pumpleistung ist gut. Daraufhin musste ich gleich zum Belastungs-EKG und habe dort eine höhere Belastung geschafft als vor drei Monaten - und das, obwohl ich die ganze Zeit Schongang hatte. Der Kardiologe meinte, ich kann jetzt damit beginnen, die Kondition langsam wieder aufzubauen.

Weniger gefallen hat ihm der Blutdruck, der trotz der Dosiserhöhung beim Ramilpril unter Belastung sogar noch höher war als vor drei Monaten - das kann er sich nicht so recht erklären. Ich soll jetzt statt Ramipril ein Kombipräparat aus ACE-Hemmer und Kalziumkanalblocker nehmen (Carmen ACE 10/10, Enalapril/Lercanidipin).

Morgen habe ich einen Termin beim Hausarzt, da wird dann das Ergebnis der Blutuntersuchung besprochen.

Viele Grüße,
Andi

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Donnerstag, 11. November 2010, 18:24

Na, das sind doch prima Nachrichten ! Glückwunsch !!!!!!

Beste Grüße, Illy ;)

Andi61

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Freitag, 12. November 2010, 22:41

Tja, die Ergebnisse der Blutuntersuchung sind auch sehr positiv: keine auffälligen Werte, alles im grünen Bereich. Jetzt kann ganz langsam die Belastung gesteigert werden, das wird einige Wochen dauern. Wegen des Blutdrucks soll in zwei Monaten nochmal eine Langzeitmessung gemacht werden.

Das sieht alles schon recht gut aus - es geht aufwärts :)

Viele Grüße,
Andi

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