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Freitag, 28. Juli 2017, 07:18

Myopericarditis - nach 2 1/2 Monate Zusammenbruch

Hey Leute ,
Erstmal gute Besserung an alle und einen schönen Tag :) ,

Vor ca 8 Monaten startete ich mein work and Travel Jahr in Australien . Und vor ca 2 1/2 Monaten bekam ich dann eine myopericarditis . Also eine myokarditis und pericarditis gleichzeitig.

Daraufhin war ich 1 Woche im Krankenhaus . Nachdem mir der behandelnde Arzt aber keine Auskunft bezüglich dem , was ich machen darf und was nicht, gegeben hat , habe ich dann einen anderen Arzt angefordert , der meinte ich könne direkt wieder mit Sport anfangen . Das sollte kein Problem sein . Dem bin ich aber nicht nachgegangen . ich war nichtmal in der Lage die Treppen hinaufzugehen ohne danach komplett kaputt zu sein .
Naja dann nach 6 Wochen echoultraschall . Und das Herz hat sich wieder erholt . Das Herz ist wieder "back to normal" . Die pumpleistung ist wieder hergestellt . Laut behandelndem Arzt soll ich mich zwar noch schonen , kann aber wieder anfangen zu arbeiten . Allerdings sollte ich mich mit Sport noch bedeckt halten . Also nach nem Job gesucht und dann nach insgesamt 10 Wochen schonung einen Job als traktorfahrer begonnen . Körperlich wirklich nicht anstrengend . Ich schleudere nur den ganzen Tag auf dem Sitz hin und her . Rücken und nackenschmerzen inclusive . Da fing ich dann also das erste mal an mich ernsthaft körperlich zu betätigen . Davor bin ich nur zum einkaufen gefahren und ab und zu habe ich kurze Spaziergänge gemacht . Nun arbeite ich seit ca 2 Wochen auf dem Traktor . Die ersten 2 Tage waren voll in Ordnung . Am 3. Tag ging es mir echt komisch . Hatte stechen in der herzgegend und Schweißausbrüche . Allerdings nur etappenweise . Ca Jede Stunde so für ca 2-5 Minuten . Die 3 Tage darauf ging es mir eigentlich relativ gut . Richtig gut gelaunt gewesen und mich richtig darüber gefreut , dass ich scheinbar endlich wieder gesund bin . Ab und zu spürte ich noch ein brennen im herüberreich. Aber kein unangenehmes . Eher sowas , wie als wenn etwas leicht warm wird . Schwer zu beschreiben . Ich dachte mir , dass da bestimmt noch irgendein genesungsvorgang in Gang sein wird und hab mir da dann auch keine weiteren Gedanken darüber gemacht .
So weit so gut . Heute bin ich also den 6. Tag am Stück am arbeiten und hatte auch relativ wenig geschlafen , weil hier 12-stundenbetrieb ist und ich noch einigen Papierkram zu erledigen hatte .
Schon beim aufwachen habe ich wieder ein Unwohlsein Gefühl in meiner herzgegend gekriegt und mir ist den ganzen Tag über auch schon leicht übel gewesen . Nach ca 6 std auf dem Traktor dann der super-gau . Aufeinmal hat mein Herz richtig doll gestochen . Richtig krampfartig . Angefangen schweissausbrüche zu kriegen . Das Herz hat meines Erachtens nach schneller geschlagen . Den Traktor angehalten und kurz zurückgelehnt . Augen zugemacht und ein extremes flimmern gesehen . Dann bin ich erstmal raus aus dem Traktor an die frische Luft . Hab versucht langsam und ruhig zu atmen und mich zu beruhigen , weil ich in diesen Momenten ganz klar eine Panikattacke hatte .
Dann Wasser getrunken und eine Kleinigkeit gegessen .
Jetzt sitze ich schon wieder seit 4 std auf dem Traktor und habe keinerlei Beschwerden . Und vor 4 Stunden habe ich noch gedacht jetzt sei es aus mit mir .
Ich weiß nicht ob sich dieser Vorfall psychisch begründen lässt oder ob da ernsthaft noch was am herzen richtig kaputt it. Naja habe erstmal vorsichtshalber einen Termin beim Arzt gemacht . Nem kardiologen gibts hier leider nicht . Bin nämlich seit dem traktorjob im outback und müsste notfalls 400 km zum nächsten Kardiologen/Krankenhaus fliegen . Ich hab erst in 1 1/2 Monaten die abschlussuntersuvhung , wofür ich dann auch wieder in die Zivilisation fliege , aber bis dahin zu warten scheint mir recht fragwürdig, würde gerne mal wissen , was ihr mir mit euren Erfahrungen raten könnt oder was ihr von der gesamte Situation haltet .

Greets
Timbo

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Wintermute

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Samstag, 29. Juli 2017, 13:34

Ich denke ein Arztbesuch macht Sinn. Zumindest schauen dass Herzenzyme (insb Troponin) normal sind und EKG und Ultraschall passen. Besser wäre noch ein MRT, dort kann man Entzündung sehen/aussschließen.

Gut möglich dass wieder alles unauffällig ist. Hier gibt es viele bei denen die Genesung sehr zäh verlaufen ist. Da kann ich nur empfehlen auf deinen Körper zu hören, dich also weiter zu schonen. Alles andere bringt mE nix.
(Auch wenn alle Untersuchungen okay sind scheint das oft einige Zeit zu brauchen um abzuheilen!)

agloco

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Sonntag, 30. Juli 2017, 03:39

Hy Timbo,

meine Vorrednerin hat eigentlich alles schon gesagt. Wichtig ist eben, dass der Doc erstmal dein Blut bestimmt. Hier könnte man durchaus eine aktive Myokarditis und oder eine Herzschwäche bereits erkennen bzw. erahnen (BNP-Wert z.B.). Auch ein Ekg sollte gemacht werden, dass kann der Doc vor Ort bestimmt noch leisten. Bestehe auch drauf.

Natürlich könnten deine geschilderten Symptome auch sehr gut einer Panikattacke entsprechen, gerade wenn du dir viele Sorgen derzeit machst, gepaart mit Angst schwer krank zu sein. Kann sein-muss aber nicht!

Also versuche schnellstmöglich zu dem Arzt zu kommen und schildere deine Symptome und Ängste/Befürchtungen genau. Das muss man leider oft selbst in die Hand nehmen und auf vieles bestehen.

Es wäre super, wenn du uns hier auf den Laufenden halten könntest! Ansonsten wünsche ich dir noch viele tolle Erlebnisse in deinem "Abenteuer" und das sich alles zum Guten wendet. (Versuche deinen Körper zu schonen-das ist sehr wichtig nach einer Myokarditis)

Bis später und Grüße aus Germany
Alex
Linksventrikuläre Herzinsuffiziens 2008 8% Ef und 2017 50% EF- Defiträger

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Sonntag, 30. Juli 2017, 09:31

Hey Leute ,

Da die Schmerzen nicht aufgehört hatten und ich mich immer mehr in die Angst hineingesteigert habe , habe ich den Entschluss getroffen und bin ins 4 std entfernte Krankenhaus gefahren.

Dort wurde ich direkt behandelt.
Puls normal , Blutdruck normal , EKG normal , Blut normal .

Wenn ich alles richtig verstanden habe ist es wie folgt:

Anscheinend ist es in meinem Stadium der Krankheit noch ganz normal öfter mal so ein Stechen zu verspüren . (Bedingt durch die Perikarditis) .
Zudem werden die Muskeln durch mein langes pausieren wieder ganz neu aufgebaut . Auch im Inneren meines Körpers , weshalb Stiche und Schmerzen sowohl im Rücken und Brust als auch im Inneren hin und wieder vorkommen können.
Dieses Stechen und Schmerzen kann laut dem Arzt bis zu 12 Monate anhalten . Normalerweise werden diese aber immer und immer schwächer , bis man sie dann garnicht mehr wahrnimmt.
Zusätzlich meinte der Arzt , dass eine Herzmuskelentzündung echt lange Zeit in Anspruch nehmen kann . Man aber davon ausgehen könne , dass ich nach ca einem Jahr beschwerdefrei bin . Bis dahin sollte aber weder geraucht werden , noch getrunken . Selbst Sport sollte ich frühestens nach einem halben Jahr beginnen .
Da ich mit meinen 22 Jahren und vorzeitiger stabiler und ordentlicher körperlicher fitness allerdings ein Patient bin , bei dem die Wahrscheinlichkeit , dass etwas zurückbleibt extremst gering ist , auch dadurch bedingt , dass die Krankheit direkt erkannt und behandelt wurde ,wusste ich noch nicht . ( Eventuell hat der Arzt damit auch einen Teil meiner Ängste und damit den Psychischen Aspekt ,der die Krankheit
bestimmt nicht gerade positiv beeinflusst , abgedeckt und behandelt(Wer weiß ?! Mir geht es aufjedenfall besser damit :D ))

Wurde jetzt erstmal wieder auf Ibuprofen gesetzt und bis zu 5 tage krankgeschrieben .
Ich bin echt froh , dass alle Werte soweit in Ordnung sind.

Ich werde euch aufjedenfall über den weiteren Verlauf meiner Krankheit informieren .
Und danke für die Antworten :)

Wintermute

angehendes Mitglied

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Sonntag, 30. Juli 2017, 11:03

Super, schön dass die Untersuchungsergebnisse alle gut sind!!