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Nessak90

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  • »Nessak90« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 6

Wohnort: Osnabrück

Beruf: Duale Studentin

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1

Samstag, 28. November 2015, 22:26

huhu, bin neu, sicher eine der jüngsten, aus Osnabrück und habe etliche Arrythmien und tachykardien :(

Hallo Zusammen :)

ich bin durch Zufall heute mit Freude auf dieses Forum gestoßen. Hätte ich vielleicht schon viel eher mal sehen müssen, da ich sowieso nur den ganzen Tag Herzrhythmusstörungen google. Ich kann ja mal meine Leidensgeschichte kurz erzählen. Bin über jede Antwort, ob hilfreich oder nicht, dankbar. Einfach nur gut zu wissen, dass man mit sowas vielleicht nicht alleine ist.

Ich bin 25, führe ein ganz normales Leben, studiere dual BWL hab schon 2 Ausbildungen hinter mir und war immer ganz glücklich bis zum Mai diesen Jahres. So jeden Tag, ca. 1 mal, bekam ich plötzlich - wie aus dem Nichts - 1-2 Herzstolperer und anschließend ging dies in ein Herzrasen über. ca. 180er Puls. Dieses verschwand so nach 1-3 Minuten von selbst wieder. Das ging so 1 Monat. Hab es auf Stress geschoben bis es immer schlimmer wurde. Ab zum Arzt, EKG gemacht, alles gut gewesen. Freitag abends in die Disco gegangen, ziemlich viel getrunken, nächsten Morgen aufgestanden und zack - als wenn sich ein Schalter umlegt Herzrasen 220er Frequenz. Ab zum Krankenhaus, Diagnose ektope atriale Tachykardie. Ging aber problemlos wieder weg mit einem Beta Blocker. Wurde durchgecheckt und bekam eine EPU. Es wurde nichts abladiert mit der Begründung ich wäre zu jung, erstmal Medikamente probieren. Ab da an musste ich jeden Tag Bisoprolol nehmen 2,5 mg. Alles klar, kein Problem. 4 Wochen alles gut. Dann habe ich wieder so heftige Herzstolperer bekommen wie vorher, nur das anschließende Herzrasen blieb aus, warscheinlich wegen dem Beta Blocker? Keine Ahnung! Die Stolperer nahmen mir meine ganze Lebensqualität. Schwindel, Übelkeit, Atemnot, einfach nur schrecklich und das oft am Tag. Ein Schlag blieb aus, so fühlte es sich an, und daraufhin ein doller Schlag den ich ziemlich heftig spürte und das über den ganzen Tag verteilt immer mal wieder- beim Essen, im Schlaf, in Ruhe. Bin irgendwann wieder zum Arzt, habe es nicht mehr ausgehalten. Langzeit EKG gemacht. Extrasystolen aus den Vorhöfen und Kammern, alles wild durcheinander. Nach großem Jammern (Kardiologin wollte mich nur krank schreiben aber das bringt ja nichts) gab sie mir Flecainid. 50 mg 1-0-1. Mir ging es gut, kaum Stolpern mehr, kein Rasen, außer Nebenwirkungen wie Angstgefühle, Schwindel und Benommenheit. Das hab ich aber lieber in Kauf genommen als das Stolpern.

18.10.wieder ganz entspannt zuhause gewesen,und plötzlich ging es wieder los. Mein Herz raste plötzlich wie verrückt ohne Pause aber soweit im Rhythmus. Krankenwagen gerufen. Puls 260. Beta Blocker beruhigte mich bis zum Krankenhaus, dann ging es wieder hoch, 260 - Vorhofflattern. Ärzte spritzten mir ein Medikament, dessen Gefühl ich niemals vergessen werde. Mein Herz blieb für ca. 2 Sek stehen, stolperte dann ein paar Mal und sprang wieder auf 260. Konnte nicht reden, nicht denken, nur Todesangst und geweint und gehofft dass es einfach bald aufhört, hab das erste mal ernsthaft gebetet. Sie legten mich in eine Kurznarkose und nahmen eine Elektrokardioversion vor.Als ich wieder wach war nach ca. 20 min war alles wieder super, mir gings wieder gut ich war so glücklich. Ich bekam sofort einen Termin zur Katheterablation. Bedingung: 4 Tage vorher Beta Blocker und Flecainid absetzen. Das tat ich letzte Woche dann auch. Und ich wusste schon was mir blühen wird. Donnerstag (einen Tag vor dem Ablationstermin) aufgestanden, mein Herz stolperte 2 mal und mein Puls war weg, nicht mehr da. Ich übergab mich sofort, mein Herz lief wieder einen Marathon. Krankenwagen gerufen. Puls 310. Höchstdosis an Betablocker bekam mich auf einen Puls von 150, dieser sprang 3 Stunden zwischen 100 und 160 hin und her. Ich hatte keinen einzigen rhythmischen Herzschlag mehr und dazu Vorhofflimmern mit absoluter Arrythmie. Wer dieses noch nie hatte der kann sich nicht vorstellen wie schlimm so etwas ist. Sie machten einen Schluck Ultraschall oder wie man dies auch nennt und nahmen wieder eine Elektrokardioversion vor. Danach sagten sie mir, dass die Ablation nicht statt finden kann. An meiner Herzscheidewand befindet sich ein 6mm großer Thrombus. Und in der Ablation müssen sie durch die Herzscheidewand in den anderen Vorhof. Nun sitze ich wieder zuhause, völlig fertig obwohl ich voller Erwartungen war, dass durch die Ablation mein Albtraum endlich endet. Muss nun alle Tabletten wieder nehmen wie vorher und habe Todesangst vor Schlaganfällen und muss nun die doppelte Dosis an Beta Blockern nehmen und 20mg Blutverdünner. Die nächsten Behandlungen(Ultraschall, MRT) sind erst wieder im Januar 2016 . Ebenfalls wurde mir eine leichte Mitralklappeninsuffizienz zugesagt, Herzschwäche, na super - mit 25! ;( ;(
Mittlerweile rauche ich seit Monaten nicht mehr, habe zugenommen wiege nun bei 1,80 schon 78 Kilo, habe seit Mai keinen einzigen Schluck Alkohol aus Angst getrunken (ich bin Studentin muss man dazu sagen) und trinke auch keinen Kaffee mehr. Ich war immer gesund, außer Grippe hatte ich nie etwas.
Hat jemand eine ähnliche Leidensgeschichte? Ich kann einfach nicht mehr meine komplette Lebensfreude ist weg. Kann kaum noch arbeiten oder studieren und habe nur noch Angst, dass jede Sekunde wieder ein Anfall kommt. Mein Leben ist nur noch schlimm.

Ich freue mich wie gesagt über jede Antwort! LG Vanessa

brittax

Anfänger

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2

Samstag, 28. November 2015, 23:23

Das wird

Hallo Vanessa ich hab zwar nicht das Krankenbild das du hast kann mir aber sehr gut vorstellen, wie du dich fühlst und welche angst du hast. Vertrau den Aerzten wenn du dich dort gut aufgehoben fühlst, nimm brav deine Medis. Das kann doch nur wieder besser werden. Ich hab seit Januar dcm und war erst völlig fertig.
Mittlerweile hab ich gelernt, mit der Erkrankung zu leben. Im laufe des Jahres sind die Werte auch alle viel besser geworden. Ich nehme brav meine Medis mache sport und rauche seit Januar nicht mehr und das nach 34 Jahren ist mir nicht leicht gefallen aber es War die richtige Entscheidung hab auch zugenommen 1,80 und 83 kg mittlerweile, aber damit kann ich gut leben wenn alles andere ok ist.
lg britta

Dieter

angehendes Mitglied

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3

Sonntag, 29. November 2015, 08:40

Kopf hoch.,das wird wieder!!!

Hallo ! Ich habe auch DCM und hatte im August eine Pumpleistung von 17% ,Mitralklappeninsuffizienz usw !!

Ich dachte im Krankenhaus da wars jetzt !! Mit 44 Jahren mit einer Krankheit die du mit 80 haben solltest (Herzschwäche)!!!

Ich wurde mit Medis eingestellt eine livevest und ab nach hause!!! Dann sollte ich nach drei Monaten wiederkommen ;(

da denkst du ! Wieso lassen die mich damit alleine was habe ich ! frage für frage und die Angst dabei!!!

Ja das kenne ich sehr gut aber das wird schon wieder. Mache dir nicht zu große sorgen ,dein Herz braucht auch Zeit wieder ins Lot zu kommen !!!

Ich bin mir sicher das,daß wieder wird und du das meisterst .Aber Google nicht zu viel und gehe deinen Ärzten ruhig auf die Nerven ,das die dirdas vernünftig erklären !!

Ich wünsche dir alles gute und Kopf hoch!!!!

Wenn du ein Ziel hast und das Leben dir denn Weg versperrt ,dann gehe einen anderen!! :thumbsup:

Sorry für die Fehler ich bin nicht Deutscher ;)

olw

kann nicht mehr ohne Board

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4

Sonntag, 29. November 2015, 15:41

Was mich wundert, ist, dass Du keine Live-West bzw direkt einen Defibrillator implantiert bekommen hast....

Wolle

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5

Sonntag, 29. November 2015, 18:22

Moin Vanessa,

herzlich willkommen hier.

Ich kann sehr gut verstehen, wie Dir zumute ist, Rhythmusstörungen hatte ich auch mal zur Genüge.
Was war das eigentlich für ein Krankenhaus, im dem Du warst? War das ein großes Herzzentrum oder die "Provinzklitsche um die Ecke"?
Ich verstehe auch nicht, warum Du keine Live-West bzw. Defi bekommen hast.

Übriegens finde ich 78 kg bei 1,80 Meter noch nicht so dramatisch, man sollte sich nicht an den Hungerhaken aus der Klamottenwerbung orientieren.
Grüße, Wolle

-------------------------
Meine Gesundheit ist mir zu wichtig, um sie den Ärzten zu überlassen.

Nessak90

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6

Montag, 30. November 2015, 20:23

Moin Vanessa,

herzlich willkommen hier.

Ich kann sehr gut verstehen, wie Dir zumute ist, Rhythmusstörungen hatte ich auch mal zur Genüge.
Was war das eigentlich für ein Krankenhaus, im dem Du warst? War das ein großes Herzzentrum oder die "Provinzklitsche um die Ecke"?
Ich verstehe auch nicht, warum Du keine Live-West bzw. Defi bekommen hast.

Übriegens finde ich 78 kg bei 1,80 Meter noch nicht so dramatisch, man sollte sich nicht an den Hungerhaken aus der Klamottenwerbung orientieren.
Hallo :) Kann man diese falsche Leitung denn nicht einfach veröden und dann ist ruhe? Habe keine ahnung wie das mit einem Defi läuft, hätte ich das vielleicht sagen müssen? Meistens muss man ja alles aus den Ärzten rausquetschen. Mir wurde gesagt man muss eine Ablation machen. Was ist denn eine live-west?
Die Klinik hat ein eigenes Herzzentrum.


Liebe Grüße

Wolle

Moderator

Beiträge: 597

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7

Montag, 30. November 2015, 21:03

Moin,
Hallo :) Kann man diese falsche Leitung denn nicht einfach veröden und dann ist ruhe?
Im Prinzip ja, hätten sie mal gleich machen sollen. Jetzt scheint es da aber Probleme mit dem Thrombus zu geben. Frage doch mal, ob man den nicht mit Marcumar wegbekommt.
Habe keine ahnung wie das mit einem Defi läuft, hätte ich das vielleicht sagen müssen?
Nö, darauf kommen die normalerweise von selber. Du weißt, was das ist?
Meistens muss man ja alles aus den Ärzten rausquetschen.
Sie sind verpflichtet, Dich umfassend zu informieren. Frage sie solange, bis Du wirklich alles verstanden hast. Manche Ärzte verstehen das als Angriff auf ihre Autorität, aber dass ist dann deren Problem.
Was ist denn eine live-west?
Eine Art Defi, der als Weste getragen wird. Genaueres weiß ich nicht, habe nie eine gehabt.
Grüße, Wolle

-------------------------
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Nessak90

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Montag, 30. November 2015, 21:09

Ja wegen dem Thrombus ging die Ablation nicht mehr. Ich bin ja schon froh dass sie den entdeckt haben, fragt sich nur, ob sich nicht schon andere Thromben in meiner Blutlaufbahn befinden :S
Irgendwie kann es aber nicht sein, dass sie mich nochmal mit dem Risiko gehen lassen dass ich nochmal einen Puls von 300 bekomme wenn ich zum nächsten Ablation termin im Januar wieder die Tabletten absetzen muss, da hab ich so eine Angst vor!
Habe mir das gerade mal im Internet durchgelesen obwohl ich nicht mehr so viel googlen wollte :P so eine live west ist super, ich werde zu meinem Kardiologen gehen und sagen dass ich soetwas erstmal haben möchte. Defi kommt sicher in Frage wenn die Ablation nichts gebracht hat.

Peter

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Samstag, 12. März 2016, 17:09

Habe mir das gerade interessiert durchgelesen. Ein Thrombus ist doch ein Blutgerinnsel, oder sehe ich das falsch?
Was macht man dagegen ? Kann man das nicht durch einen Blutverdünner auflösen ?


Einen so hohen Puls hatte ich nie. Nur ganz "normale" Rhythmus Störungen. Intensiv hatte ich das 2,5 Jahre.
Nach meiner 1. Ablation hatte ich das zuletzt 6 Wochen Tag und Nacht. Wäre ich eine Kolben- oder Strömungsmaschine,
wäre ich schrottreif.
Die ganze Palette Flecainid, Multaq und Amiodaron hat nichts gebracht. Als Verzweiflungstat habe ich dann im Januar
Novodigal bekommen. Das hat erstaunlicherweise sehr gut gewirkt. Damit war ich dann mal wieder bis zu 6 Tage ohne
Beschwerden. Bisoprolol habe ich auch einmal bekommen. Das wirkt bei mir wie Ko-Tropfen.
Ich habe nun meine 2. Ablation vor 3,5 Wochen machen lassen. Ich bin nun seit 22 Tagen ohne Beschwerden. Nur 1-2 Mal
einen winzigen Stolperer. Der gibt mir das Gefühl, es könnte wieder beginnen. Wäre also froh, wenn sich das auch noch legen
würde.

Ich bin erstaunt, dass Du noch so jung bist.

Nessak90

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10

Sonntag, 18. Dezember 2016, 20:53

Danke für die Antworten

Hallo zusammen, mal ein kurzes update.
Es hat sich nicht um einen Thrombus gehandelt. Nachdem ich nochmals mit mehreren Ultraschalls kontrolliert wurde hatte sich im Januar 16 herausgestellt, dass es sich um einen Tumor handelt. Gutartiges Myxom. Dieser musste dann sofort rausoperiert werden! So kann es auch laufen.... das alles hatte nichts mit meinen Rhythmusstörungen zu tun! Ein absoluter Zufallsbefund und äußerst selten.
Ablation hatte ich dann im April, da nach meiner Herz-OP weiterhin Rhythmusstörungen hatte. Mittlerweile habe ich "nur noch" ventrikuläre Extrasystolen und nehme nur noch 5 mg Bisoprolol. Leider muss ich nun mit 26 Jahren mit einer sehr langen Narbe rumlaufen, aber das ist ja das kleinere Übel.

Lieben Gruß