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Blues

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Mittwoch, 3. September 2014, 04:38

VERZWEIFELT! : Vater / Herzinsuffizienz Stufe 3

Hallo!

Mein Vater ist 66 Jahre alt und seit über 20 Jahren herzkrank. Er hatte drei Herzinfarkte, eine Bypass-OP, unzählige Katheter-Untersuchungen (inklusive vieler Stents). Zudem wurde ein Defribillator eingesetzt.

Nach einem misslungenen Katheter-Eingriff im September 2013 hatte er auf der Intensivstation erneut kleinere Infarkte und diverse wichtige Gefässe waren verstopft. Anschließend hat er innerhalb kurzer Zeit viele Katheter machen müssen, weil immer wieder Komplikationen aufgetreten sind.

Fazit:
Der Mann, der vor einem Jahr noch größere Radtouren machen konnte, leidet jetzt an hochgradiger Herzschwäche (Stufe 3). Momentan sieht es so aus, dass kleinste körperliche Aktivitäten ihn massiv anstrengen und er vor allem große Schwierigkeiten beim Treppensteigen hat. Er wohnt derzeit noch in einer Wohnung mit Treppen und ohne Fahrstuhl. Geplant ist jedoch ein Umzug in eine andere Stadt (in der Nähe meiner Schwester und mir). Dabei werden wir darauf achten, dass er einen Aufzug hat.

Er ist extrem abgemagert und sieht wie der Tod persönlich aus. Ich bin extrem verzweifelt, weil ich sehr an meinem Vater hänge. Es geht stetig abwärts. Er stirbt sozusagen vor meinen Augen.

Mein Vater lebt allein (ist geschieden). Ich habe zwei Geschwister, die sich wenig um ihn kümmern. Auch andere Verwandte tun verhältnismäßig wenig. Die gesamte Last liegt auf meinen Schultern. Ich ertrage die Situation psychisch kaum. Ich bin mitten im Sterbeprozess meines Vaters involviert und sehr allein damit.

Jetzt gerade (mitten in der Nacht) höre ich ihn wieder jammern, stöhnen und nach Luft ringen. Ich renne dann immer zu ihm, kann aber nicht viel tun.
Es ist wirklich ganz schlimm für mich, denn JEDE Nacht ist so! Er schläft kaum. Trotz Schlaftabletten. Tagsüber sehe ich ihn auch leiden.
Dass er jetzt aufgrund des Fehlers eines Arztes so unglaublich in seiner Leistung abgestürzt ist, macht es besonders schlimm. Das Alles hätte nicht sein müssen!


Er hatte in den letzten Wochen viel Wasser in der Lunge, im Bauchraum und in den Beinen. In Krankenhäusern (aus denen er kaum noch rauskommt) konnte er in der letzten Zeit aber von viel Wasser befreit werden. Trotzdem sammelt sich im Laufe eines Tages immer wieder zu viel Wasser in seinem Körper an. Er hat Medikamente dagegen, aber die helfen nur bedingt.

Meine Frage an euch:
Gibt es jetzt noch irgendeine medizinische Möglichkeit, ihm zu helfen? Und wie kann er etwas zu Kräften kommen, ohne sein Herz zu sehr zu belasten?
Wie gesagt, er ist stark abgemagert. Was könnte er essen, was ihn wieder zu Kräften bringt?

Bitte helft mir!
Ich mache gerade die schlimmste Phase meines Lebens durch. Gerade höre ich ihn wieder in seinem Schlafzimmer leiden. Ich habe kaum geschlafen und er auch nicht. Wie immer.
Ich werde jetzt zu ihm gehen.

;(

agloco

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Mittwoch, 3. September 2014, 10:22

Liebe Unbekannte/er,

das liest sich wirklich nicht schön...jeder kann dich hier wohl verstehen. Auch wenn du eine Angehörige bist. Wir alle hätten diese Ängste bei einem nahen Angehörigen. Auch wenn das normal ist.

Wir sind hier keine Ärzte und können dir keinen Therapieplan aufstellen für deinen Vater. Was nimmt er denn für Medikamente?
Du hast geschrieben, dass es wohl einen "Behandlungsfehler" oder dergleichen gab. Ist das richtig?
Hat er denn schon seit 20 Jahren eine Herzschwäche, egal in welchem Stadium? Das konnte man nicht so richtig rauslesen.

Was er essen soll? Das ist schwer zu sagen. Das man in der Situation keinen Appetit auf deftiges hat ist wohl normal. Viele essen erstmal sehr leichte Nahrung. Hat er denn auf garnichts hunger?

Du kannst ihn natürlich nicht füttern in der Hoffnung, dass er zunimmt und wieder gesund aussieht. Mache dir da bitte nichts vor.

Was haben dir die Ärzte gesagt, Diagnose, Prognose etc.?
Das nach Luft ringen ist in dem Stadium recht normal. Er sollte aufrecht schlafen mit einigen Kissen, das erleichtert das Atmen.

Mehr kann ich dir jetzt auch nicht schreiben und raten. Vieleicht kommen noch einige andere Meinungen der Mitglieder.

Wünsche euch alles Liebe
Alex
Linksventrikuläre Herzinsuffiziens 2008 8% Ef und 2017 50% EF- Defiträger

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Mittwoch, 3. September 2014, 14:33

So ging es meiner Tochter vor drei Monaten. Essen konnte sie damals auch nicht. Versuche es mit Bananen Keksen Suppen Nudeln. Sehr hoch mit dem Oberkörper schlafen und zur Nacht Schmerzmittel und sauerstoff haben meiner Tochter geholfen. Aber was am besten hilf können nur die Ärzte sagen. welche Therapie schlagen die Ärzte vor?
Hole dir nie Rat bei deinen Befürchtungen.

Blues

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Mittwoch, 3. September 2014, 16:19

@agloco
Danke für deine Antwort! Die Herzschwäche hat er noch nicht so lange. Jedenfalls nicht in dieser Form. Wie gesagt, letztes Jahr um diese Zeit konnte er noch Radtouren machen. Dann hat ein Arzt einen Katheter-Eingriff vermasselt und mein Vater hatte dadurch anschließend auf der Intensivstation mehrere kleine Infarkte. Die haben seinem Herzen den letzten Rest gegeben, da er ja stark vorbelastet war.

@Ganz-Gelassen
Vielen Dank auch für DEINE Antwort!
Deine Tochter ist also herzkrank? Das tut mir sehr leid. Man leidet ja schon, wenn erwachsene Menschen damit ringen. Bei einem Kind muss das besonders schlimm sein. Aber deinem Namen entnehme ich, dass du damit ganz gelassen umgehst ;-) Das wünsche ich mir auch. Also, dass ich etwas gelassener werde.
Das mit den Bananen ist eine gute Idee. Ich glaube, ich gebe ihm gleich mal eine ;-)