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Herzknoepfchen1977

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Sonntag, 11. September 2011, 19:12

Es ist schwer

Hallo, ich habe vor einigen Tagen ja schon mal geschrieben warum ich hier bei euch bin. Meine Mutter wurde aus dem Krankenhaus entlassen. Sie hat neue Medikamente bekommen die den viel zu hohen Blutdruck senken sollen. Leider wird es nicht viel besser.. oft hat sie immer noch einen Wert um 160..das macht mir total Sorgen. Sie nimmt schon Beta Blocker und ACE Hemmer.. hoffe so sehr das der Blutdruck besser wird in der nächsten Zeit. Der Arzt hat mir gesagt wenn es nicht besser wird, dann könnte sie bald einen Schlaganfall bekommen. Er hat mir auch gesagt das sie eine Minimale Herzschwäche hat. Jetzt mach ich mir natürlich so Sorgen wie es weiter gehen wird. Werden die Medikamente helfen? Kann man mit einer Herzschwäche noch ein paar Jahre gut leben?? Egal wie alt man ist.. die Angst ist immer da..! Wenn ich einen einzigen Wunsch frei hätte... dann würde ich mir wünsch, dass meine Mutter noch mind. 10 schöne glückliche Jahre leben wird.... aber es liegt leider nicht in unserer Hand. Oft denke ich es ist nicht fair. Kenne einige Menschen die gerne sterben würden und meine Mutter die immer so voller leben war... ist jetzt schwer krank.
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Herzdame

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Montag, 12. September 2011, 07:30

Hallo Herzknöpfchen,
eine Garantie für diverse weitere Lebensjahre deiner Mutter wird dir weder hier noch unter den Weißkitteln jemand geben. Aber ich denke, dass deine Mutter sich nun erst mal zurechtfinden muss mit ihrer Diagnose. Wenn es laut Doc eine "minimale Herzschwäche" ist, dann sehe ich persönlich den Bluthochdruck nun erst mal als Priorität, und den gilt es zu senken. Ich schätze mal, dass Blutfette und Zuckerwerte unter Kontrolle stehen.
Dazu kann deine Mutter neben den Medikamenten auch selbst ne Menge beitragen. Da ich sie nicht kenne, weiß ich nicht, ob sie z.B. übergewichtig ist, ob sie genügend Bewegung hat, ob ihre Ernährung gesund ist. Man kann über die Ernährung (salzarm, wenig gesättigte Fette, öfter mal Fisch, etc.) schon Einiges unterstützend für seinen Blutdruck tun. Bewegung ist wichtig (muss ja nicht gleich "Leistungssport" sein, regelmäßige ausgedehnte Spaziergänge sind auch schon was). Es gibt sicher noch einige andere Tipps. Stress vermeiden gehört auch dazu.
Versuche doch deine Mutter dabei zu unterstützen, ihr Mut zu machen, ihr vor allem nicht noch mehr Angst zu machen. Nehmt die Diagnose und die Konsequenzen in Bezug auf einen gewisse Veränderung des "Lebenswandels" in Angriff - und wenn es keine 10 Jahre mehr werden sollten, dann genießt zumindest die Zeit, die es dann halt sein wird und macht euch das Leben nicht mit Grübeln schwerer als nötig.
Kopf hoch, Knöpfchen!
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Herzknoepfchen1977

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Montag, 12. September 2011, 12:31

Ich weiß ja das niemand einem eine Garantie geben kann und wird. Aber mir würde es ja schon reichen, wenn mir mal jemand über den Weg laufen würde, der sagt auch warte mal ab, ich habe das schon 15 Jahre und leb imnmer noch damit. Laut Internet leiden in Deutschland 1.5 Millionen Menschen an einer Herzschwäche..! Es ist halt so schwer sie zu sehen und man weiß nicht was einem erwartet. Können die Medikamete die Krankheit aufhalten....! Gestern hat sie mir gesagt.. mein Blutdrucl ist heute besser, aber mein Herz ist krank. Könnte dann immer heulen. Weil es mir soooo weh tut. Weil es mir das Herz bricht sie so traurig zu sehen. Klar sollte man sein Leben leben solange man kann und nicht verzweifeln, aber das ist leichter gesagt als getan... dann kullern doch immer wieder die Tränen.
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Herzdame

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Montag, 12. September 2011, 13:29

Das würde dir doch gar nix nützen, wenn du jemandem über den Weg laufen würdest, der schon lange Jahre "damit" lebt. Wenn es bei deiner Mutter trotzdem anders verlaufen würde, was dann? Würdest du dann bei ihm einklagen wollen, dass er dir doch was ganz anderes erzählt hatte ??
Jeder Mensch ist anders, jeder Körper reagiert anders, der gleiche Krankheitsname bedeutet nicht den gleichen Verlauf bei allen.
Es ist nicht schön, die eigene Mutter traurig zu sehen, aber ich finde trotzdem, du solltest ihr in dieser Situation einen Teil der Traurigkeit zu nehmen versuchen und nicht durch eigene Tränen verstärken. Mach ihr (und dir auch) Mut, kämpft mal beide ein bisschen statt zu jammern und zu trauern. Für Letzteres ist es noch viel zu früh. Und Selbstbemitleidung zieht einen nur runter und bewirkt ansonsten gar nix.
Ein Bluthochdruck ist doch zu behandeln, medikamentös und durch eigenverantwortliches Dazutun -siehe mein erster Text heute.

Nicht dass du meinst, ich hätte leicht reden und könnte dich nicht verstehen. Meine Mutter starb mit 75 (Brustkrebs und nach 11 Jahren Lungenmetastasen), und glaube mir, die letzten zwei Jahre war es höchst grausam, sie dermaßen leiden zu sehen. Damals hätte ich mir für sie ein krankes Herz gewünscht, das sie schneller erlösen könnte - doch ihr dummes Herz schlug und schlug und sie musste sich abquälen, immer wieder den Erstickungstod vor Augen, und letzendlich kümmerlich dahinsiechen und quälend langsam ihre letzte Reise antreten.

Inzwischen wissen sogar meine eigenen Kinder, welchen Schrecken man bekommt und welche Sorgen man sich macht, wenn die Mama schlimm krank wird, wenn man nicht weiß, ob sie noch mal aus dem Koma erwacht und ob sie dann noch "normal" ist oder schwere Hirnschäden hat. Dennoch kämen wir nie auf die Idee, (Selbst) Mitleid oder gar Jammern einen Platz einzuräumen. Das klaut nur unnötig Energie , die man für Wichtigers, nämlich zum Weiterleben dringender braucht.

Ich denke, du solltest positiv in die nahe Zukunft blicken und, wie schon erwähnt, deiner Mutter hilfreich und Mut machend zur Seite stehen. Damit ist ihr sicher am meisten gedient.
Wie sieht's denn nun eigentlich aus mit den "Risikofaktoren", nach denen ich vorhin fragte. Ernährung, Bewegung, Gewicht etc.? Erzähl doch mal ein bisschen mehr Einzelheiten, dann können wir auch besser darauf eingehen.
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Herzknoepfchen1977

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Montag, 12. September 2011, 14:37

Hallo, also erstmal das mit deiner Mutter tut mir sehr sehr leid.

Kann mir gut vorstellen wie schwer es für dich war die eigene Mutter beim sterben zu begleiten. Wie verzweifelt man dann ist.

Hm, ich will niemanden verklagen oder so! Glaube eher du willst mich nicht verstehen egal was ich jetzt schreibe. Also ich habe selber den grünen Star und werde eines Tages nichts mehr sehen können. Ich habe mir ein Forum gesucht und Gleichgesinnte gefragt, wie sie damit leben, wie die Krankheit abläuft, welche Medikamente sie nehmen, wovor sie Angst haben usw. das hat mir die Angst genommen. Und ein wenig Hoffnung gemacht das die Augentropfen helfen, das man nicht innerhalb kürzester Zeit blind wird. So etwas suche ich auch jetzt. Jemand der sagt okay.. ne Herzschwäche kann man nicht heilen aber man ist auch nicht dem tot geweiht Wie lange man lebt weiß niemand egal ob gesund oder krank. Aber besser als im Internet zu lesen damit wird man nicht alt. Oder 40% der erkrankten sterben innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose. Klar ist jeder Mensch anders und jeder Krankheitsverlauf ist anders. Und weißt du das mit dem Jammern. Klar kann ich sagen also mir scheint die Sonne aus dem Hintern.. aber das Leben ist toll. Vielleicht bist du sein ein Mensch. Vielleicht lebt man damit besser..! Ich mag mich nicht selber belügen und mir was vor machen wie rosarot die Welt ist. Sicher sollte man sein Leben leben und Spaß haben solange man kann. Es ist auch was dran, das man sagt man kann seinem Leben nicht mehr Stunden geben… aber den Stunden mehr leben. Aber man darf auch jammern und traurig sein. Oder seine Verzweiflung mal Menschen mitteilen die man nicht kennt in der Hoffnung das jemand dabei ist dem es ähnlich geht. Der mal tröstet wenn schon die eigenen Freunde nichts davon hören wollen. Aber wenn das hier nicht der Fall ist… dann bitte ich um Entschuldigung, das ich meinen Kummer mal Luft gemacht habe und verschwinde von hier. Meine Mutter treibt mit 72 Jahren keinen Sport, bewegt sich im Haus und Garten aber genug. Sie wiegt um die 70 KG denk mal ist so 160 groß... auf jeden Fall soll sie Diät halten ...!



LG
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Montag, 12. September 2011, 15:53

mit einer "minimalen herzschwäche" hat man keine eingeschränkte lebenserwartung soviel ich weis.
wie schon mal geschreiben, ich hatte eine starke herzschwäche. nach drei bis vier stufen war schicht im schacht und ich war total ausser atem.
das alles haben die ärzte mit medikamenten hinbekommen. zu meinen bestzeiten auch wegen bluthochdruck hatte ich:
beta blocker
ace hemmer + drei weitere blutdrucksenker genommen
dazu noch viele andere medis wegen anderer krankheiten.
trotz meiner starken herzschwäche (pumpleistung 25 %) hat meine Kardiologin gesagt, damit kann ich auch 80 werden.
damals war ich 34 jetzt werd ich 38 und meine pumpleistung liegt jetzt wieder bei 45%.(damit laufen manche marathon)
blutdruck sengen kann man auch ohne medis.
viel bewegung
salzarme kost
richtige ernährung
omega 3 (viel fisch)
usw. es gibt da im netz viele informationen.
ich habe das alles in einer reha oder ahb gelernt.
das wäre jetzt auch mal was für deine mutter! so ne reha oder ahb.


Herzdame

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Montag, 12. September 2011, 20:18

Also Herzknöpfchen, du hast hier Verständnis und Zuspruch bekommen, soweit ich das nachgelesen habe. Einige haben dir sehr lieb geantwortet, getröstet wurde auch, und da solltest du jetzt nicht alles über einen Kamm scheren, nur weil ich dir vll. Sachen geschrieben habe, die dir im Moment nicht passen.

Mike hat nun auch noch mal das mit der Bewegung und der Ernährung, salzarmen Kost, Fisch etc. geschrieben, also lag ich zumindest mit diesem Rat heute früh nicht ganz so falsch ;) .
Ich habe nicht versucht, dir was Rosarotes vorzugaukeln, sondern dir praktisch durchführbare Hilfen für deine Mutter zu geben.

Und noch was: Dein "Glaube eher du willst mich nicht verstehen egal was ich jetzt schreibe." stimmt nicht, ich verstehe dich schon zu einem großen Teil und man kann nicht immer nur grinsend durch die Weltgeschichte latschen -man darf auch mal traurig sein und jammern, ja, auch hier ! Aber man sollte dann doch versuchen, wieder die Kurve zu kriegen und das mögliche Positive aus der neuen Situation herausholen. Und genau dafür haben doch bisher alle hier versucht, dir Möglichkeiten aufzuweisen.


Alles Gute für deine Mutter und auch für dich.
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Dienstag, 13. September 2011, 07:25

Hm Herzdame, wollte dich nicht beleidigen oder verärgern oder so.

Denke wir haben halt eine unterschiedliche Meinung und das ist doch okay. Klar ich bin jedem sehr sehr dankbar der mir einen Ratschlag gibt. Habe mich auch sehr gefreut über das was Mike mir geschrieben hat und ich wünsche ihm echt das es mit seinem Herzen noch viel viel besser wird und das er mind. 88 Jahre alt wird. Vielleicht seh ich alles zu schwarz. Auf jeden Fall mache ich meiner Mutter jeden Tag Mut. 50 mal am Tag sage ich ihr das wird schon wieder. 20 mal trösten wg. Blutdruck.. mein Chef ist so lieb und gibt mir frei wenn die zum Arzt muss. Das ist auch nicht selbstverständlich. Manche Menschen sind stark und können das alles einfach so abschütteln. Ich bin leider anders. ich mach mir Sorgen und oft auch etwas zuviel. Was wird morgen sein, was wird wenn das oder dies....! Ich danke dir auf jeden Fall für deine Worte und denke wir sollten das Thema jetzt ruhen lassen.
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mike

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Dienstag, 13. September 2011, 09:40

sorry muss nochmal was schreiben :rolleyes:
jetzt habe weis ich das problem.
deine mutter ist sehr angeschlagen deswegen und zieht dich mit runter.
du bringst nur noch kraft auf, um sie zu trösten und du bleibst auf der strecke.
so sehe ich das jetzt. hoffe ich liege da nicht komplett falsch :huh:
wie schon mal geschrieben das beste (denke ich) wäre ne reha oder anschluss heil behandlung.
dort lernt sie gleichgesinnte kennen und mit der krankheit um zu gehen.
alles was ernährung, entspannungstechniken, herzsportgruppen und was sie generell soll und was nicht.
sprech mal euren hausarzt deswegen an. dann so denke ich, wird alles wieder etwas rosiger :thumbsup:


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